Globale Gerechtigkeit

Wir leben innerhalb globaler Verflechtungen und wechselseitiger Abhängigkeiten. Unsere lokalen Lebenswelten sind eingebettet in die sozialen, wirtschafltlichen, politischen und kulturellen Zusammenhänge der Weltgesellschaft. Daraus erwächst die Verantwortung, die nachhaltige Gesellschaft auch im Hinblick auf ihre globale Dimension solidarisch und gerecht zu gestalten.

Das aktuelle Weltwirtschaftssystem ist zugleich zerstörerisch und ungerecht:

  • Es ist zerstörerisch, weil es auf dem Leitbild stetigen Wirtschaftswachstums beruht und dabei stetig die Verbrauch und Raubbau von Naturgütern wie Wasser, Böden, Luft, Wälder, Fisch, Rohstoffen usw vorantreibt. Dieses westliche Entwicklungmodell taugt nicht für die 7 Milliarden Menschen der Einen Welt.

  • Es ist fundamental ungerecht, weil der Wohlsstand einer privilegierten Minderheit im Globalen Norden systematisch auf Kosten der Lebensgrundlagen, Arbeitskraft und Ideen einer benachteiligten Mehrheit im Globalen Süden basiert. Die gegenwärtige Weltwirtschaftsordnung produziert Ausbeutung, Hunger und eine dramatische Ungleichheit der Chancen – auf ganz legale Weise.

Kaum jemand möchte dies. Und doch leben viele von uns ganz komfortabel in diesem ungerechten und keineswegs zukunftsfähigen System. Das Versprechen Globaler Gerechtigkeit einzulösen, verlangt grundlegende Veränderungen in unserer Wertordnung, unserem Selbstbild, unseren Gewohnheiten – und in unseren Beziehungen zu den anderen:

  • Angesichts des Klimawandels muss ein neuer globaler ethischer Grundkonsens entstehen, der anerkennt, dass jeder Mensch die gleichen Rechte hat, seine Bedürfnisse zu befriedigen und maßvoll Ressourcen zu verbrauchen. Es kann nicht länger sein, dass wenige aufkosten aller ihre Privilegien aufrecht erhalten.
  • Wir, d.h. die Menschen und Gesellschaften in den privilegierten Ländern, müssen uns ändern und neue Lebensweisen entwickeln und annehmen, in denen wir nicht länger mehr Ressourcen verbauchen, als uns zustehen.
  • Die Institutionen der globalen politischen Ökonomie – die globalen Wertschöpfungsketten, Handelsbeziehungen, Eigentumsrechte etc. – müssen grundlegend umgestaltet werden, um die strukturelle, in kolonialer Ausbeutung wurzelnde Umverteilung von den ärmeren in die reicheren Länder zu überwinden.
Globale Gerechtigkeit
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“Transformation: Annäherung an Theorie und Praxis”
>> Essay von J. Krause

Bürgerbeteiligung: >> Online-Fassung des Praxisleitfadens

Impuls auf der Degrowth in Leipzig:
>> Mikropraktiken der Suffizienz. am Fr., 5.9.14 um 14:30 h

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